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Einige Kostproben der Werke unserer Autoren: (Teil 2)




DER HEILIGE FLORIAN
GEDULD
FEBRUAR
SCHNEE IM APRIL
MEIN HERZ SIEHT SCHON FRÜHLING
WANDEL DURCH WASSER
FRÜHLING
DIE AU
FRÜHLING (noch mal)
MÄRZMITTE
REPRISEN
BANGE FRAGE
MACHT 'NATUR'
FRÜHLING BEINHAHE
FRÜHLING (und noch mal)
EIN SONNTAGMORGEN
DER PAUKENSCHLAG
FRÜHLINGS-INDIZIEN


Der heilige Florian

Es steht der heilige Florian
als Schutzpatron ganz obenan
und hütet den Eingang zum Orte.

Sein Bildstock zeigt ihn in voller Pracht,
er wehret der Flammen verzehrende Macht
in der Rüstung der alten Kohorte.

Seine Helmzier winkt und der Panzer blinkt,
aus dem Schaff ein Wasserblock niedersinkt,
zu dämpfen, was rotgelb hier leuchtet


Florian

Es steht der heilige Florian
als Schutzpatron ganz obenan
und hütet den Eingang zum Orte.

Sein Bildstock zeigt ihn in voller Pracht,
er wehret der Flammen verzehrende Macht
in der Rüstung der alten Kohorte.

Seine Helmzier winkt und der Panzer blinkt,
aus dem Schaff ein Wasserblock niedersinkt,
zu dämpfen, was rotgelb hier leuchtet

Richard Wolfram


Geduld

Es klopft an der Tür,
du öffnest,
und draußen stehen deine Zweifel.

Es klopft an der Tür,
du öffnest,
und draußen stehen deine Ängste.

Es klopft an der Tür,
du öffnest,
und draußen stehen deine Unsicherheiten.

Es klopft an der Tür,
du öffnest,
und draußen steht deine Einsamkeit.

Es klopft an der Tür,
du öffnest nicht mehr

- dabei wäre draußen deine Liebe gestanden.
Tür

Thomas Appenzeller


Februar

Eispfützen, hartgefrorīne Brocken,
vereinzelt Schnee in schmutzīgen Flecken.
Auf Äckern träge Krähen hocken,
astrippig blecken Baum und Hecken.
Noch frostet starr das junge Jahr:
Geduld! Es ist erst Februar!

Eisweg
Der Morgenhimmel graut verhangen,
wird gegen Mittag zögernd offen,
noch wechselt Bangen mit Verlangen,
wird trüber Sinn zu leisem Hoffen.
Noch zaghaft zwar, doch wächst das Jahr.
Nur Mut! Es ist schon Februar!

Ferdinand Böckl


Schnee im April

Der Schnee im April setzt sich
wie ein Vogel
auf das Osternest,
bedeckt mit seinem Weiß
das frische Grün
und brütet auf den
spitzen Blütentrieben.

Blüte
Nachts schüttelt er
noch einmal
seine schweren Schwingen,
bedächtig fällt
das flockige Gefieder,
und morgens liegt er auf
dem roten Dach.

Doch dann
als wäre er zurückgeblieben,
als eisiges Fossil der Winterzeit,
zerschmilzt er rasch und
rutscht und gluckst,
und mengt sich tropfend
in den warmen Frühlingsregen

Maria Schiffinger


Mein Herz sieht schon den Frühling

Noch liegt die Erde braun und still
und alle Knospen schlafen
tief in ihren dunklen Hüllen.

Der Wald steht grau und stumpf
und regungslos
und kann den kalten Wind nur fühlen.

Baum
Ich aber sehī den hohen Himmel ausgebreitet
in strahlend hellem Blau,
von Sonnenlicht das Ganze hell umgleitet -
der Frühling kommt,
mein Herz sieht es genau!

Margarete Prohaska


Wandel durch Wasser

Wasser unter Wiesen hat begonnen
Enten mitzunehmen,
die das Wasser trägt bis
zu dem Tümpel.

Wasser

Langsam wächst es an und könnte
diese Landschaft mitgestalten,
weil es Ruhe mitbringt
und der Schimmer
auch das Feld und Tal
verbindet.

Michael Klaus Miller


Frühling

Erste Sonnenstrahlen
erwärmen den kalten Leib
der erstarrten Natur,
zaghaftes Vogelzwitschern
haucht ihr das Leben ein.
Langsam heben sich die Morgennebel
und wie traumverloren
glitzert der Tau.

Wald
Dampfend öffnet sich
der Leib der Natur
und ihrem Schoß
entströmt das Leben
und der Schollen würzīger Duft
vereint sich mit dem zarten
Grün der Wiesen.

Der Schnee beginnt zu schmelzen
und auf den Bäumen treiben schon
die ersten Knospen
und auf den Bänken
sitzen ein paar alte Leute
auf deren faltigen Gesichtern
ein leiser Hoffnungsschimmer
ruht.

Walter Nolz


Die Au

Schneeglöckchen,
Knoblauchspinat,
dürres Holz.
Vom Frühling bis zum Herbst
kann sie,
und hat sie auch früher
die Menschen versorgt.

Schneeglöckchen
Getränkedosen,
Nylonsackerln,
alte Autoreifen.
Das ist der Menschen Obolus
heute
für sie.

Helga Panagl


Frühling

Tausende Löwenzahnblüten
feiern nun wieder
auf der grünen Wiese
goldene Hochzeit!

Wiese

Rudolfine Haiderer


Märzmitte

Der Frühling
lässt grüßen
in primelgelb
und leberblumenblau

Aus braunem Geäst
spitzt zartes Grün

Zweig
Die Sonne
lacht den Kindern
Rastlosigkeit
in den Tag

Ein paar Wortfetzen
in den lauen Wind
gehängt

Christine Tippelreiter


Reprisen

(gewidmet einem alten Fernseh-Narren)

Die Handlung war wieder so unsagbar schön,
du hast den Film mehr als zehnmal gesehn.
Die Stars, (wie war ihr Name doch gleich?)
agieren schon lange im Schattenreich.
Sie haben dich gestern bis spät in die Nacht
zum reglos hockenden Seher gemacht.
Wenn du noch vom Film des Abends träumst,
läuft ab vor dem Fenster, was du immer versäumst!

Es ist doch Frühling in all seiner Pracht
und du hast vergessen, was in der Nacht
nach dem ersten zagen Lichtschein geschieht:
Aus tiefster Stille ein Vogellied!
O wie beglückend, wie herrlich und rein
kann dieser Gesang jetzt im Frühling sein!

Wald
Mach auf dein Fenster und lern es verstehn:
du wirst das keine zehnmal mehr sehn.
Leb endlich dein Leben, denn wenn es endet
wird keine Reprise davon gesendet!

Karl Klement


Bange Frage

Schon weicht des Winters kalte Macht
der Sonnenstrahlen neuer Kraft,
und lauer, stürmīscher Westwind hat
das weiße Tuch hinweggerafft.

Scheu gucken Glöckchen weiß und zart,
hervor als Boten, früh erwacht,
und bald folgt ihnen nach ans Licht
der Frühlingsblumen bunte Pracht.

Nun wird's auch wieder hell in mir -
ich freu mich an dem jungen Grün,
ich sehnī mich nach der Bienen Summen
und nach des Landwirts Furchenziehn.

Feld
Doch eine bange Frage quält,
will nicht mit Schnee und Eis zergehn:
Wie oft wird Leben, Blühen, Grün
in unsīrer Welt noch auferstehn?

Leopold Schnötzinger


Macht 'Natur'

Fluß
Des Wetta spüt varuckt,
ma führtīs auf de Umwödschädīn zīruck.
Doch sei gaunz ehrlich, sog,
woa de Natua net imma scho a Plog?
Mit Geist und Innovation
glaubenīs se richtnīs schon,
doch sollnīs daraun nua denken,
die Natua loßt sich net lenken.
Sie, ois anzige Mocht,
zagt uns de Grenzen,
Tog und Nocht.

Hermine Prakesch


frühling beinahe

blick durchs fenster
landschaft aufgelöst
in braun und grau

mit jedem blick
erfassen neuer sinnbilder
deren bedeutung noch ungewiß

jeder ton eine botschaft
die noch unverständlich

plötzlich wieder verlangen

Bäume
gefühl
beansprucht
alte rechte

rechte worauf

im grau eine ahnung von grün

Gerhard Egger


Frühling

Föhnsturm läßt den Schnee zerrinnen,
Bäche sind vom Eis befreit,
zarte Gräserspitzen bringen
Leben in die Einsamkeit.

Zaghaft hörst du Vogelstimmen,
Knospen machen sich bereit,
frohe Lieder oft erklingen,
Narrentreiben - Fastenzeit.

Allee
Blütenpracht auf allen Bäumen,
grüne Wiesen weit und breit.
Laue Nächte nur zum Träumen,
Liebessehnsucht - Frühlingszeit.

Hermann Grabenwöger


Ein Sonntagmorgen

Früh raus aus den Federn will ich,
raus auf schnellen Füßen,
in Gedanken allein sein,
den jungen Tag begrüßen.
Allzugern möchte ich
die ersten Sonnenstrahlen sehn,
da draußen unter dem
blühenden Apfelbaum stehn!
Nur so!

Blüten
Ich lehn mich an den Stamm,
Vogelgezwitscher kann ich hörīn,
der Wind streicht sanft durchs Geäst,
Glockengeläute tönt von fern.
Ein wenig schließ ich die Augen
und genieße den Duft
der Blüten und Gräser des Gartens,
welch würzige Luft!
Einfach nur so!

Die Sonne steigt höher,
schon leuchtet sie mir ins Gesicht.
Ich gebe mich der Stille hin,
der Wärme und dem Licht.
Von Freude ist mein Herz ganz erfüllt,
ein Lied summt mein Mund.
Und ich danke Gott
für diese friedvolle Morgenstund!
Einfach so!

Maria Frank


Der Paukenschlag

Großes Orchester


Wie die Töne weben
den Schicksalsfaden drehn
spinnen eine Leiter
legen sie über den Felsen
streben hinauf
zum Gipfel!

Berg
Laß folgen deine Seele
hier findet sie Halt.
Melodien steigen
sickern in eine Schlucht
heben sich wieder
kennen das Ziel.

Oben von der Plattform
siehst du in die Ferne
findest altes Weh dort
dürstest nach Erlösung
da, der Paukenschlag
vollendet alles

Edith Bobretzky


Frühlings-Indizien

Die Katze pflegt jetzt draußen ihre Pfoten,
die sie im Winter etwas strapaziert.
Mit aller Sorgfalt, die geboten,
sie sich für Ostern restauriert.

Katze
Palmkätzchen treiben auch schon eine Weile.
Ganz ohne leichten Pelz geht es noch nicht.
Die Hyazinthen, stets in Eile,
die kommen couragiert ans Licht.

Die Amsel lässt mir meine Äpfel liegen,
die sie vor Wochen liebevoll beäugt.
Die großen Krähen ostwärts fliegen.
Der Frühling kommt - es ist bezeugt!

Margot Stejskal


Fotos: Walther Kotremba