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Einige Kostproben der Werke unserer Autoren: (Teil 3)




OHNE NAMEN
LANDSCHAFT
HALME
WISSEN
ÄHRENFELD
LANGSAMER ABEND
FEUERLILIEN
OHNE WORTE
ERNTEDANK
SEE
WIESENBLUMEN
VERGESSENES WEGKREUZ
EIN REGENTAG
SOMMERGEDANKEN
VERGÄNGLICHKEIT
SOMMER
WIESENFARBEN
DER FLUSS
BLÜTE
WEGWARTE
TRAUERWEIDEN AM FLUSS


Ohne Namen

Berge Manchmal
hat alles
keinen Namen

Still und ruhig
ist es
in sich gefügt

und jedes Wort
ist fehl

Christine Tippelreiter


Landschaft

Gelbes Feld
In dunkler Landschaft
Rechteck voll sonniger Glut
blühendes Rapsfeld

Renate Lind


Halme

Halme Und immer wieder
trotzt der dünne Halm dem Sturm
indem er sich neigt

Rudolfine Haiderer


Wissen

Wissen ist Macht
und Ohnmacht zugleich.
Wissen macht stark
und manche auch reich.
Feldweg
Doch Wissen macht.
oft den Lebenspfad schwer.
Wo nimmt man das
Wissen, recht zu tun, her?

Josef Köber


Ährenfeld

Gestern wogte noch
das goldene Ährenfeld
heute liegt nur Spreu
Heu

Maria Frank


Langsamer Abend

Die Zeit wirft lange Schatten über die Gräser.
Die Erde erwacht aus der Flachheit des Tages,
wird dreidimensional,
Berge und Täler
wachsen in die Perspektive des Laubfrosches.
Abend
Die Orchesterstimmen der Tageshektik
verstummen nacheinander,
Abschiedssymphonie für Rasenmäher,
aus der sich das Solo für eine Amsel löst.

Der Tag hält den Atem an um zu lauschen.
Tonlos verblasst der Himmel,
wird zum Hintergrund für Scherenschnitte,
bis im Abendwind die Blätter tanzen
vor der gelben Scheibe des Mondes.

Margarete Prohaska


Feuerlilien

Feuerlilien
wachsen auf der Wiese wild
spiegeln Sonnenlicht
Feuerlilie

Edith Bobretzky


Ohne Worte

Sonne im Wald Nichts gesagt,
nichts gefragt,
einverstanden.

Orte der Begegnung
Augenblicke tiefster Regung,
die im Herzen landen,

luftig, leichter Sinn,
Brücken,
die die Grundsteinlegung
zur Erfüllung
unseres Lebens sind.

Paul Kumpfmüller


Erntedank

Herr, wieder hat dein Segen all
den Fluren reiche Frucht gebracht,
hat Müh´und Plag´des Bauernstands
mit güt´gem Lohn bedacht.

Herr, hilf, dass ´unser Dankgebet
nicht leer´Geschwätz, nur Worte tot;
dass unsre Hand sich gebend streckt
zu Brüdern, die in Not.
Feld und Wald
Herr, wahr´ vor Habsucht und vor Geiz,
der Gaben Fülle - reich genug.
Stell redlich Handeln schützend vor
Profitgier und Betrug.

Herr, schütze auch in künft´ger Zeit
die Fluren und die neue Saat,
die Heimat und die rege Hand
der Arbeit jeder Art.

Leopold Schnötzinger


See

Seeufer
Den Spiegel des Sees
bricht ein sanfter Windhauch schon
in tausend Scherben

Rudolfine Haiderer


Wiesenblumen

Blumen Die Kraft der Sonne
liegt in all der Farbenpracht
der Wiesenblumen

Maria Frank


Vergessenes Wegkreuz

Der Stamm lehnt schief,
die Schrift verblasst,
wer achtet schon
in Glück und Hast
auf diese Gottesspur.
Gollnerkreuz

Elisabeth Feuchtinger


Ein Regentag

Wassertropfen
Grau ist der Himmel über dem Land,
die Berge sind verhangen,
die Bäche schwellen bis zum Rand,
vom höchsten Damm nur gefangen.

Grundlos werden alle Wege,
nirgends ein Geschöpf zu sehn,
die Wolken hängen tief und träge
und Regenströme niedergehn.

Erna Schmidt


Sommergedanken

Satte Mittagsstille
hängt in unbewegten Bäumen
sogar die Amseln
halten den Schnabel
Alte Bäume

Henriette Blasl


Vergänglichkeit

Mohnblumen Blüte des Mohns
unter Sonnengefunkel
in Ackereinsamkeit
leuchtet, o rote Blume,
trunken und gleißend dein Blut.

Elisabeth Feuchtinger


Sommer

Himmel über Maibaum Die Tage sollte man
in Flaschen füllen
- und den warmen Wind.

Den Himmel reiße ich
in Fetzen runter
- für ein blaues Tuch.

Damit decken wir uns zu,
wenn es kalt wird
und lassen die Sonne scheinen.

Maria Schiffinger


Wiesenfarben

Gelb und rot und blau
weben die Sommerwiesen
in ihr grünes Kleid

Wiesenfarben

Johanna Lebeda


Der Fluß

Vorgestern erst wolltest du revoltieren
gegen das ewige Verharren.
Schäumend, tosend
hast du deine Stimme erhoben
und alles mit dir fortgerissen.

Gestern schon warst du zahm
dein Geplauder wurde
ein zufriedenes Murmeln.
Silbrig, zärtlich
war dein Lächeln und schon hast du dich
an deinen Kerker geschmiegt.

Heute bist du kraftlos
und müde lässt du die Zeit geschehen.
Schmal, vertrocknet
ist dein Körper
doch unvermutet kann man
das Gestern erkennen
und das Vorgestern erahnen.
Fluß

Helga Panagl


Blüte

Blüte Leer der blaue Krug
nur Duft von gelben Rosen
hängt sanft noch im Raum

Renate Lind


Wegwarte

Die Hitze flirrt
über den Feldern

mit jedem Windhauch
der die Äcker streift
riecht man den Sommer

die Wegwarte
unscheinbar
wenig beachtet
leuchtet neben
staubigen Straßen
in zartem Blau

Johanna Lebeda


Trauerweide

Trauerweiden am Fluß

Ich glaube nicht, dass Trauerweiden
an irgendeinem Kummer leiden.
Die Zweige hängen äußerst munter
und üppig von dem Haupt herunter,

verheißungsvoll wie Silberhaar.
Sie bieten es der Sonne dar,
dem Wind und auch dem Regen.

Ein bisschen sind sie Lorelei
und hätten sie den Kamm dabei,
wie würden sie sich pflegen!

Margot Stejskal


Fotos: Walther Kotremba